Mit Spannung erwarten Rio de Janeiros Architekten und die weltweite Architekturgemeinschaft die Austragung des 27. Weltkongresses der Architekten “UIA 2020 Rio”, der im Juli dieses Jahres durchgeführt wird. Nach den Grossanlässen wie der FIFA Fussballweltmeisterschaft 2014 und der Olympischen Sommerspiele 2016 ist dies ein weiterer Anlass von internationaler Bedeutung, der innerhalb von wenigen Jahren in Rio de Janeiro stattfindet. Für das Jahr 2020 wurde die Stadt zudem von der UNESCO zur Welthauptstadt der Architektur ernannt.
Das Organisationskomitee erwartet bis zu 20’000 Architekten aus der ganzen Welt, die sich aktiv am Diskurs über zeitgenössische Architektur und Städtebau beteiligen wollen. Das Programm ist hochkarätig: Die Vorträge und Podiumsdiskussionen werden von weltweit bekannten Architekten aus verschiedenen Kontinenten bestritten. Es kommen unter anderem der Pritzker Preisträger Eduardo Souto de Moura aus Portugal, Francis Kéré aus Burkina Faso und Berlin, Elisabeth Portzamparc aus Brasilien, Solano Benitez aus Paraguay und Tatiana Bilbao aus Mexiko.
Neben Ausstellungen, Seminaren, Vorträgen finden auch Workshops statt, in denen Lösungen für Stadtentwicklung und Bauwirtschaft diskutiert werden. Der Oscar Niemeyer Prize of Latin American Architecture wird dieses Jahr am UIA Kongress verliehen, und Italien veranstaltet mit dem Mailänder Architekten Stefano Boeri, Urheber des “Bosco Verticale” in Mailand, Workshops für Städtebau und Nachhaltigkeit.
Beton ohne Zement: Weltpremiere beim Internationalen Kongress der Architekten in Rio de Janeiro
Das Innovations- und Kulturzentrum Casa Firjan bietet die Plattform für den offiziellen Beitrag der Schweiz, eine Zusammenarbeit von Insight Architecture mit der ETH Zürich zum Thema Digitale Fabrikation und Materialinnovation. Ein mobiler Roboter der ETH Zürich erstellt vor Ort eine Installation aus Lehm-basiertem Beton ohne Zement. Die Kombination dieser Materialinnovation und des digitalen Bauprozesses ist eine Weltpremiere. Der Aufbau des sogenannten “The 2020 Future Now Pavillons” kann live vor Ort verfolgt werden. Dazu werden zahlreiche Rahmenveranstaltungen über neueste Entwicklungen in der digitalen Fabrikation, bei nahtlosen Bauprozessen und bei den Materialien Lehm, Ziegel, Beton und Holz vor dem Hintergrund der Diskussion über Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung stattfinden. So wird das Baumaterial Lehm zum Beispiel in der heutigen Zeit wenig beachtet. Durch sein weltweites Vorkommen und die energiearme Aufarbeitung ist es jedoch ein vielversprechendes, klimafreundliches Baumaterial der Zukunft, das für gewisse Anwendungen Beton oder Backstein ersetzen kann.