Guiding Architects, article: 26. Brillux Architekturforum in Münster (Fig. 1)

Transformation und Revitalisierung urbaner Räume sind angesichts von Flächenknappheit und Klimawandel aktueller denn je – das zeigte das 26. Brillux Architekturforum am 22. September 2025 in Münster.

Unter dem Titel „Transformation, Vision und Revitalisierung – Neue Quartiere auf alten Strukturen“ diskutierten rund 300 Architektinnen und Architekten mit vier renommierten Referent:innen über innovative Strategien und Projekte.
Den passenden Rahmen bot das LWL-Museum für Kunst und Kultur, geplant von Volker Staab Architekten.

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LWL Museum ©Alessandra Speziali

Im Fokus standen die Fragen: Wie schaffen wir neuen Wohnraum in wachsenden Städten? Welche Rolle spielen Transformation und Zwischennutzung? Und wie lassen sich bestehende Stadtteile zukunftsfähig weiterentwickeln?
Impulse lieferten Wolfram Putz (GRAFT, Berlin), Caroline Nagel (COBE, Kopenhagen), Reiner Nagel (Bundesstiftung Baukultur, Berlin) und Herwig Spiegl (AllesWirdGut Architektur ZT GmbH, Wien) – moderiert von Nina-Carissima Schönrock.

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Nina-Carissima Schönrock und Wolfram Putz. ©Alessandra Speziali

Den Auftakt der Vortragsreihe machte Wolfram Putz (GRAFT) mit seinem Beitrag „Futures Literacy – Architektur (visionen) in Zeiten des Umbruchs“. Darin richtete er den Blick auf visionäre Konzepte für die Stadt der Zukunft und präsentierte modulare Wohnbauten seines Büros in Berlin als Antwort auf die Herausforderungen des urbanen Wandels.

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Wolfram Putz, GRAFT. ©Claudia Neeser ga-munich

Caroline Nagel (COBE) stellte anschließend praxisnahe Erfahrungen aus Kopenhagen vor: Mit ihrem Büro hat sie zahlreiche Projekte zur temporären Nutzung ehemaliger Industrieflächen realisiert – verstanden als Impulsgeber für langfristige Entwicklungen. Besonders eindrucksvoll war ihre Vorstellung des Projekts Nordhavn, einer neuen Mikrostadt, die zentrale Prinzipien der Europäischen Stadt vereint – von durchdachten Mobilitätskonzepten über die Idee der „Fünf-Minuten-Stadt“ bis hin zu lebendigen Erdgeschosszonen.

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Caroline Nagel, COBE. ©Claudia Neeser ga-munich

Unter dem Titel „Baukultur als Motor der Transformation“ plädierte Reiner Nagel (Bundesstiftung Baukultur) dafür, in Zeiten wachsender ökonomischer und zeitlicher Zwänge die Qualität des Bauens nicht aus dem Blick zu verlieren. Baukultur, so seine These, müsse Leitmotiv bleiben – als Grundlage für nachhaltige, lebenswerte Räume.

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Reiner Nagel, Bundesstiftung Baukultur. ©Alessandra Speziali

Den Abschluss bildete Herwig Spiegl (AllesWirdGut) mit der Frage: Welche Räume zwischen den Gebäuden geben Orientierung und stiften Gemeinschaft? Anhand ausgewählter Projekte zeigte er, wie gut gestaltete Zwischenräume Nachbarschaften fördern, Begegnungen ermöglichen – und damit entscheidend zur Lebendigkeit urbaner Quartiere beitragen.

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Herwig Spiegl, AllesWirdGut. ©Claudia Neeser ga-munich

So spannte die Vortragsreihe einen thematischen Bogen von visionären Zukunftsentwürfen bis hin zu den sozialen und räumlichen Qualitäten gelungener Quartiersentwicklung. Zahlreiche Fragen aus dem Publikum führten im Anschluss zu einer lebendigen und erkenntnisreichen Diskussion.

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Architektur entdecken: Exkursionen durch Münster

Ergänzend zu den Vorträgen bot das 26. Brillux Architekturforum zehn Exkursionen zu fünf Themenschwerpunkten – mit Fokus auf Transformationsprozesse in Münster.
Im Fokus standen unter anderem die Transformation des nördlichen und südlichen Hafenareals, die städtebauliche Entwicklung rund um den Hauptbahnhof sowie zukunftsweisende Neubauten für Spitzenforschung auf dem Leonardo-Campus und dem Gelände der Universität. Darüber hinaus wurden architektonische Highlights aus den Bereichen Kunst und Kultur in der Innenstadt vorgestellt.

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Tours Münster. ©Claudia Neeser ga-munich

Die Exkursionen boten inspirierende Einblicke in aktuelle stadtplanerische und architektonische Prozesse – und rundeten eine rundum gelungene Veranstaltung ab, die viel positives Feedback erhielt.

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Tours Münster. ©Claudia Neeser ga-munich

Die Konzeption der Veranstaltung und die Organisation der Touren übernahm ga-munich (Guiding Architects Munich) unter der Leitung von Claudia Neeser.

„Ein herzlicher Dank gilt meiner Kollegin Alessandra Speziali für die wertvolle Unterstützung sowie Anke Tiggemann für die engagierte Mitarbeit vor Ort. Besonderer Dank auch an die Firma Brillux für das entgegengebrachte Vertrauen und den spannenden Auftrag!“