Jeder Portugiese kennt den Bolhão-Markt. Jeder Bürger von Porto hat eine Geschichte, die mit ihm verbunden ist. Das gilt auch für den Architekten Nuno Valentim, der 2014 eingeladen wurde, das Projekt für die architektonische Renovierung des Marktes durchzuführen. Als Architekturstudent war Bolhão Teil seiner täglichen Wege. Sein erstes Architekturbüro, das er mit Freunden gründete, nannte sich „Architects of Bolhão“.
Über 100 Jahre Geschichte
Das mehrstöckige Gebäude im Beaux-Arts-Stil, das noch heute aus dem Stadtbild Portos herausragt, wurde 1923 fertiggestellt, nach einem Entwurf des Architekten António Correia da Silva und des Ingenieurs Carlos Barbosa aus dem Jahr 1914. Davor befand sich an gleicher Stelle bereits ein Markt, entworfen um 1838 von dem Stadtarchitekten Joaquim da Costa Lima Júnior nach der so genannten Almadas-Stadtstrategie. Es wurde oft über Verbesserungen diskutiert, und einige wurden auch schon umgesetzt. Ein ursprünglich von Correia da Silva geplantes Dach aus Glas und Eisen gelangte nie zur Realisierung, aber 1924 erhielt die Hälfte der oberen Galerien eine Struktur aus Faserzement und Eisen. Im Jahr 1939 entstand ein Quergang zwischen den oberen Galerien.