Wrights nicht ausgeführtes Projekt und Scarpas Umbau der Stiftung Masieri in Venedig
Der junge, talentierte Architekt Angelo Masieri kam 1952 auf dem Weg zu Frank Lloyd Wright, den er mit dem Umbau seines Hauses am Canal Grande beauftragen wollte, bei einem Autounfall ums Leben. Es wurde daher beschlossen, das Gebäude als Gedenkstätte zu Ehren Masieris zu nutzen. 1953 legte Wright den Entwurf für ein Gebäude vor, das konzeptionell dem typischen venezianischen Palazzo entsprach, aber durch unterschiedlich hohe Fenster und Stockwerke sowie durch eine seitliche Erhöhung des Volumens zum angrenzenden Palast hin gekennzeichnet war. Nach Kritik aus den kulturellen Kreisen und der fehlenden Zustimmung seitens der Venezianer Stadtverwaltung wurde im Jahr 1955 die Aufgabe zunächst Valeriano Pastor und schließlich Carlo Scarpa anvertraut, dessen Projekt im Jahr 1972 genehmigt, nach seinem Tod teilweise verwirklicht und schließlich 1983 eingeweiht wurde. Es gründete sich eine Stiftung ganz im Sinne Masieris mit dem Ziel, ein multifunktionales Kulturzentrum zu errichten und verdienstvolle Architekturstudierende zu beherbergen. Die Idee, die historische Backsteinfassade am Canal Grande zu erhalten, sie jedoch von der inneren Aufteilung des Gebäudes zu trennen, um die ursprünglichen Höhen der Stockwerke zu ändern und einen Wohnbereich für die Studenten zu schaffen, erwies sich als erfolgreich. Der Eingang von einer schmalen, versteckten Gasse aus erhöht die Verwunderung des Besuchers, hier der architektonischen Qualität Scarpas zu begegnen. Wie in der nahe gelegenen Stiftung Querini Stampalia hallt auch hier die Poesie des Wassers nach, das durch das „Wassertor“ in das Gebäude tritt. Die architektonische Promenade setzt sich in Räume fort, die im Laufe der Jahre für Konferenzen, Ausstellungen, redaktionelle Tätigkeiten und architektonische Forschung genutzt wurden.